Videomarketing für Unternehmen: Mehrwert, der bewegt

Videos erfreuen sich im Internet großer Beliebtheit. Allein Youtube generiert nach eigenen Angaben mehrere Milliarden Aufrufe pro Tag. Deshalb wird auch für Unternehmen die Einbindung von Videoformaten in ihre Marketingstrategie immer wichtiger. Und es lohnt sich: Besonders im digitalen Bereich von Corporate-Publishing-Magazinen ist das Potenzial von Corporate Videos groß.

Wussten Sie, dass der Mensch etwa achtzig Prozent seiner Umwelt über die Augen wahrnimmt? Sobald die Augen geöffnet werden, beginnt ganz automatisch der Verarbeitungsprozess. Das ist wohl auch der Grund, weshalb Videos derzeit enorm beliebt sind: Denn sie vermitteln in einer informationsgefluteten Digitallandschaft binnen weniger Sekunden Inhalte. Und weil sie Bilder direkt zeigen, statt sie nur zu beschreiben, ist das Potenzial, ihre Betrachter emotional zu berühren und im Gedächtnis zu bleiben, groß.

Auch Corporate Videos sollen genau diese Effekte haben: Die Kurzfilme spiegeln die Unternehmensmarke mitsamt der Marketingstrategie wider und packen die Zielgruppe zugleich emotional. So bleibt nicht nur der Inhalt hängen, sondern auch das Unternehmen.

Damit das wirklich klappt, sollten Corporate Videos ihrer Zielgruppe einen echten Konsumnutzen liefern, statt Produkte platt zu bewerben. Ein klarer Mehrwert lässt sich am besten dann garantieren, wenn die Inhalte aus Sicht des Endnutzers geplant werden. Dazu sollten Videos generell kurz (etwa sechzig Sekunden bis fünf Minuten), wenig werblich und gern unterhaltsam sein. Durch die emotionale Ansprache soll eine Identifikation mit dem Unternehmen geschaffen werden. Denn: Bereits gesprochene Texte werden meist als persönlicher und somit auch als überzeugender wahrgenommen, so Klaus Stiller in „Aktuelle Aspekte medienpädagogischer Forschung“. Bewegtbilder steigern dieses Empfinden beim Betrachter noch mehr. Ist das Storytelling der Corporate Videos also gut, werden die genannten Faktoren gleichzeitig von den Usern auf das Unternehmen übertragen.

Warum lohnen sich Videos für Unternehmen?

Dass sich Corporate Videos lohnen, beweist schon folgende Zahl: Mehr als achtzig Prozent der deutschen Unternehmen nutzten 2015 Bewegtbilder für ihr Corporate Publishing. Das ist das Ergebnis einer Studie des Content-Marketing-Forums. Bereits ein Jahr zuvor hatten schon 91 Prozent der Experten der 500 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands die Kapitalrentabilität von Corporate Videos als recht hoch eingestuft (Quelle: Corporate Video Index). Das heißt: Investitionen in für die Zielgruppe nützlichen und mit der Marketingstrategie harmonierenden Corporate Videos lohnen sich, weil sie das Unternehmensbild beim Kunden schnell und nachhaltig beeinflussen können. Weiterer Vorteil: Durch viele Videoklicks und positive Bewertungen steigt für Unternehmen die Chance, im Suchmaschinen-Ranking weiter oben zu landen. Und wenn die Besucher dann erst mal auf der Internetseite sind, verweilen sie dort auch länger, als wenn sie nur einen Artikel lesen würden.

Warum ist das Potenzial von Videos so groß?

Das Potenzial von Onlinevideos ist vor allem deshalb so groß, weil sie schnell und unkompliziert auf diversen Plattformen veröffentlicht werden können. Dadurch erreichen sie vor allem in Social Media viele Menschen im Eiltempo. Bei gleichzeitiger Einbettung in diverse Social-Media-Kanäle kann das Video in wenigen Stunden sogar von Hunderten oder gar Millionen Usern angeschaut oder geteilt werden. Hinzu kommt, dass die Videos vor allem den Nerv der Millennials treffen. Die jungen Erwachsenen klicken mit besonderer Vorliebe Onlinevideos. Laut der Studie „Connected Life“, für die weltweit mehr als 60.000 Onliner durch das Marktforschungs- und Beratungsinstitut TNS befragt wurden, konsumieren 59 Prozent der 16- bis 36-Jährigen täglich Videos. Und da diese Altersgruppe die Kundschaft der nächsten Jahrzehnte sein wird, sollten Unternehmen dieses Potenzial unbedingt nutzen.

Wie passen Videos in Printprodukte?

Corporate Videos bieten nicht nur auf Unternehmensseiten und Blogs, sondern vor allem auch in digitalen Magazinen einen Mehrwert für Kunden: Bei Digitalversionen von Corporate-Publishing-Produkten können Videos die geschriebenen Inhalte multimedial ergänzen. Das heißt, sie liefern zusätzliches Detailwissen zum Artikel oder vermitteln komplizierte Sachverhalte deutlich einfacher, als es ein Infokasten jemals könnte. Das Zusatzwissen wird meist in Form von Hintergrundvideos, Experten- oder Mitarbeiterinterviews oder Erklärfilmen vermittelt. Denn vor allem bei komplizierten Vorgängen, wie zum Beispiel der Darstellung von Produktionsabläufen, ist es sinnvoll, diese visuell darzustellen, statt sie aufwendig zu umschreiben.

Filme mit kurzen Mitarbeiter- oder Experteninterviews geben einem Unternehmen dagegen die Möglichkeit, den Betrachter durch Zusatzinfos auf eine neue Wissensebene zu heben. Heißt im Klartext: Während ein Text nur ein Produkt oder einen Sachverhalt beschreibt, können Video-User mithilfe der Interviews beispielsweise konzeptionelle Entstehungsprozesse oder andere Interna nachvollziehen. Dadurch fühlt sich die Zielgruppe fast schon als Teil des Unternehmens.

Warum sollten Unternehmen die Videoproduktion auslagern?

Ein Großteil der deutschen Unternehmen beauftragt externe Agenturen mit der Produktion von Corporate Videos, fand die Corporate TV & Video Association heraus. Umgesetzt werden die Wünsche dann von Video- oder Fotojournalisten. Generell ist die Beauftragung einer Agentur aus verschiedenen Gründen sinnvoll:

  • Vor allem im High-End-Bereich sind die Anschaffungskosten von technischem Equipment sehr hoch.
  • Die beste Ausstattung bringt ohne die entsprechende redaktionelle und technische Expertise nur wenig.
  • Spezielle Content-Marketing-Agenturen bieten sowohl konzeptionell als auch produktionstechnisch Erfahrung und Routine. Das kann viel Zeit und Geld sparen – schließlich ist nicht jeder Amateurfilmer sofort ein Produktionstalent für Corporate Videos.
  • Content-Marketing-Agenturen haben neben der Produktion besonders die (zielgruppenspezifischen) Inhalte im Blick.
  • Agenturen achten nicht nur darauf, dass die Videos zur übergeordneten Marketingstrategie und zur Unternehmensmarke passen, sondern auch mit den anderen crossmedialen Aktivitäten harmonieren.

Wie teuer sind die einzelnen Produktionsarten?

Die gute Nachricht vorweg: Die Kosten für Corporate Videos sind in den letzten Jahren dank des technischen Fortschritts vor allem im unteren Preissegment gesunken. Die schlechte Nachricht ist: Bei professionelleren Produktionsvarianten oder aufwendigeren Darstellungsformen variieren die Kosten bei den Agenturen stark. Es gibt weder eine Faustregel, wie viele Tage die jeweilige Produktionszeit einnimmt, noch einen Pauschalbetrag. Einige Experten sprechen aber von einer Preisspanne von 400 bis 25.000 Euro, andere siedeln vor allem High-End-Produktionen deutlich höher an. Generell hängen die Preise immer vom personellen, redaktionellen, technischen und postproduktiven Aufwand ab.

Womit können Videos gedreht werden?

Mobile Video:

Die Videoproduktion mit Smartphones und Tablets ist die günstigste Variante. Dank des technischen Fortschritts und der immer besseren Handykameras hat auch die Bildqualität zugenommen. Dennoch reicht ein gutes Smartphone für hochwertige Videos noch lange nicht aus: Spezielle Apps, Stative, diverse Mikrofone, Lampen und Zusatzobjektive sind ein Muss. Zu den Kosten für die Ausrüstung kommt noch die reine Arbeitszeit für Dreh, Schnitt, Nachvertonung und Einarbeitung von Effekten.

Die Produktion von Corporate Videos mit Smartphones oder Tablets bietet sich bei „reduzierteren“ Formaten oder Vor-Ort-Berichterstattung, bei der schnelle Postings zählen, an. Bei aufwendigeren Projekten ist die Produktion mit klassischem Equipment (siehe unten) unkomplizierter und das Ergebnis hochwertiger.

Spiegelreflex/AVCHD:

Die Produktion von Corporate Videos mit Spiegelreflexkameras oder kleinen Camcordern mit hoher Auflösung (AVCHD-Kameras) liegt im mittleren Preissegment. Vorteil ist, dass die Bildqualität besser ist als die der mobilen Endgeräte. Zudem lassen sich kompliziertere Projekte dank des professionelleren Equipments leichter umsetzen. Da mit den steigenden technischen Möglichkeiten natürlich auch die Handhabung komplexer wird, ist eine Auslagerung an eine Agentur spätestens ab diesem Preissegment empfehlenswert. Hinzu kommt, dass auf diese Weise kein teures Zubehör im mittleren Tausenderbereich angeschafft werden müsste.

High End:

Hier wird mit professionellen und sehr leistungsstarken Schulterkameras gearbeitet. Entsprechende Softwares bieten bei der Bearbeitung von Bild und Audio sowie dem Einsatz visueller Effekte zahlreiche und hochwertige Möglichkeiten. Für die Postproduktion werden allerdings auch sehr leistungsstarke Computer benötigt. Die High-End-Produktion ist deshalb meist nur bei hochwertigeren Darstellungsformen sinnvoll, bei denen viel mit Bildschnitten, Perspektiven und vor allem Effekten gespielt werden soll.

Fazit

Der größte Vorteil der Corporate Videos liegt darin, dass sie die potenzielle Zielgruppe ansprechen, ihr einen Mehrwert liefern und emotional überzeugen können. Tun sie dies nicht, dann ist selbst das billigste (Amateur-)Video zu teuer, da es kontraproduktiv und imageschädigend wirken wird. Andersherum können teure High-End-Produktionen auch ihren Preis mehr als wert sein, wenn sie begeistern und nachhaltig wirken. Da modernste Kameratechnik und die ausgefallenste Bildkomposition alleine allerdings keine Kunden binden, sollte das Hauptaugenmerk auf einen starken Inhalt mit Service-Charakter und Mehrwert gelegt werden. Es gilt: Inhalt geht über alles. Technisch gesehen bieten Corporate Videos des mittleren Produktionssegments (Spiegelreflex/AVCHD) eine hohe Qualität zum bezahlbaren Preis.
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2 Gedanken zu “Videomarketing für Unternehmen: Mehrwert, der bewegt

    1. Hallo Lea,
      es klingt tatsächlich nach einer gigantisch großen Zahl. Wir haben die Quelle deshalb nochmal überprüft:
      http://www.starting-up.de/marketing/online-marketing/video-marketing-teil-1-es-boomt-im-netz.html
      Die sprechen tatsächlich von 3.000.000.000.000, also 3 Billionen Klicks pro Tag.
      Wir haben den entsprechenden Satz im Vorspann trotzdem geändert und beziehen uns jetzt auf einen Satz von Youtube selbst:
      https://www.youtube.com/yt/press/de/statistics.html
      Vielen Dank für den Hinweis.

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