Wie viel Zeit braucht Internationalisierung?

International aufgestellte Konzerne veröffentlichen ihre Unternehmensmagazine in der Regel auch außerhalb ihres Heimatmarkts und in anderen Sprachen. Die Arbeit an der Grundversion und den internationalen Ausgaben läuft ab einem bestimmten Zeitpunkt parallel. Das spart Zeit. Wie’s funktioniert? Eine Übersicht als Infografik.

Es ist wie mit der Zeitverschiebung: In Deutschland ist es schon fünf vor zwölf, während es an der Ostküste der USA gerade Zeit ist, aufzustehen. Oder im übertragenen Sinne: In Deutschland ist die Magazinproduktion kurz vor Abschluss, während die Internationalisierung der gleichen Ausgabe in den USA gerade erst beginnt. Um aus dem Bild auszubrechen: Auch in Asien, Europa und allen anderen Kontinenten und Ländern geht es jetzt erst richtig los.

Erst Freigabe, dann Übersetzung

Das hat einen einfachen Grund: Solange das Magazin im Ursprungsmarkt noch nicht freigegeben ist, muss auch die Übersetzung noch warten. Denn ansonsten müssten nachträgliche Änderungen in der Ursprungsversion wieder an alle Übersetzer einzeln weitergegeben werden. Also: erst Freigabe abwarten, dann für den jeweiligen Markt anpassen (wer kennt in Asien wohl Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart im Schwabenland?) und erst dann mit dem Übersetzen beginnen.

Das gilt im Übrigen nicht nur für Texte, sondern auch für die Sprache der Bilder: Europäische Symbolfotos funktionieren im asiatischen Raum vielleicht nicht – sei es aufgrund der Hautfarbe oder weil Handzeichen von Land zu Land eine völlig unterschiedliche Bedeutung haben können).

Neue Artikel pro Länderversion bedeuten früheren Projektstart

Unsere Grafik zeigt das einfachste Szenario: die 1:1-Übertragung aus dem Deutschen in eine andere Sprache. Wenn jedes Land zusätzliche Artikel beisteuert, beginnt die Internationalisierung sogar schon bis zu acht Wochen vor Erscheinen der deutschen Ausgabe: mit der Abfrage lokaler Themen, der Seitenplanung und dem Erstellen der lokalen Artikel – denn dies muss bis zum gleichen Zeitpunkt abgeschlossen sein wie die Übersetzung, damit sowohl die übersetzten Texte als auch die neuen lokalen Artikel gemeinsam ins Layout fließen können, anhand des zuvor erstellten Seitenplans.

So verstreicht die Zeit. Bis es – schneller als man glaubt – auch in den anderen Ländern fünf vor zwölf geworden ist.

Zeitplan für international erscheinende Magazine: Übersetzung, Lokalisierung von Texten und Bildanpassungen für den lokalen Markt bestimmen den Beginn des Projekts.
Anpassungen an den Markt der Erscheinung betreffen nicht nur Text-Inhalte, sondern auch Bilder und Fotos. Und natürlich die Übersetzung. Da vor allem die Gestaltung schon steht, dauert die Internationalisierung zum Ende des Projekts nicht mehr allzu lange.

 

 

Weitere Infografiken aus unserer dreiteiligen Zeitplan-Serie:

Wie viel Zeit braucht ein Printmagazin?

Wie viel Zeit braucht ein Onlinemagazin?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *