Wie senke ich die Absprungrate von meinem Blog?

Die eigene Webpräsenz, ob Unternehmensseite oder Corporate Blog, soll User nicht nur gut informieren und unterhalten. Am Ende soll sie zum Geschäftserfolg beitragen – und User so lange wie möglich bei der Stange halten. Vier Tipps, wie sich die Absprungrate senken lässt, nennt Content-Marketing-Experte Gero Pflüger. Ein Gastbeitrag.

Wenn Sie als mittelständisches Unternehmen eine geschäftliche Website unterhalten, verfolgen Sie normalerweise ein Interesse damit: Potenzielle Kunden sollen Ihre Seite finden, damit sie Ihr Angebotsspektrum wahrnehmen können und schlussendlich konvertieren, also zu Ihrem Geschäftserfolg beitragen. (Ja, okay, sagen wir es rundheraus: Die sollen Ihnen was abkaufen.)

Doch viele Mittelständler haben ein Problem: Ein potenzieller Kunde findet zwar die Website, schaut sich die kurz an, verschwindet dann aber unmittelbar wieder. Er prallt förmlich wie ein aufgeblasener Gummiball von der Website ab. »Abprallen« heißt im Englischen »to bounce off«, daher wird der Anteil der Website-Besucher, die nach nur einem einzigen Seitenaufruf die Website verlassen oder maximal zehn Sekunden bleiben, auch Bounce Rate genannt. Der deutsche Begriff dafür lautet Absprungrate. Und diese Absprungrate sollte so gering wie nur irgend möglich gehalten werden. Denn je länger sich jemand auf Ihrer Seite aufhält, desto eher können Sie Vertrauen aufbauen und desto eher ist er geneigt, Ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt zu kaufen.

Was genau ist die Absprungrate?

Die Absprungrate oder Bounce Rate ist eine Kennzahl aus dem Bereich der Web Analytics. Wie ich eben schon kurz erwähnt habe, werden diejenigen Besuche von Internetnutzern darunter erfasst, die nur eine einzige (Unter-)Seite der gesamten Website anschauen und direkt danach wieder die Domain verlassen, weil sie

  • auf einen externen Link klicken,
  • manuell eine neue URL in der Browserleiste eintragen,
  • den Zurück-Button drücken,
  • das Browserfenster oder den Tab schließen,
  • einen Time-out-Fehler erleben.

Auch ein Kurzbesuch, der nur wenige Sekunden andauert, zählt in die Absprungrate. In diesen Fällen findet der Nutzer meistens schnell heraus, dass die besuchte Website

  • nicht die richtige ist (zum Beispiel falsche Sprache, falsches Thema),
  • inhaltlich oder sprachlich nicht dem Gewünschten entspricht,
  • unansehnlich ist,
  • auf einem Mobiltelefon nicht vernünftig navigiert werden kann,
  • zu langsam ist.

Bei vielen Mittelständlern handelt es sich um eine Kombination aus mehreren dieser Punkte. Und dann ist der potenzielle Kunde eben ganz schnell wieder weg – und kommt nie wieder.

Wie lässt sich die Bounce Rate ermitteln?

Stellen wir uns vor, Sie hätten auf Ihrer Website täglich tausend Besucher. Von denen besuchen 800 nur eine einzige Seite, bouncen also. Gerechnet wird nun 800 : 1000 = 0,8 · 100 = 80 % Absprungrate.

Erfasst werden die Daten üblicherweise durch Analysetools wie Google Analytics oder Piwik. Sie können aber auch den Amazon-Dienst Alexa nutzen, um wenigstens eine grobe Richtung zu erhalten, sogar bei fremden Seiten. Allerdings: Das funktioniert nur dann, wenn Alexa die Seite schon erfasst hat.

Welche Absprungrate gilt es zu erreichen?

Grundsätzlich gilt: Je geringer der Prozentwert ist, desto besser. Dennoch kann niemand seriös pauschal sagen, ob eine bestimmte Bounce Rate gut oder schlecht ist – wie immer kommt es stark darauf an, um was für eine Seite es sich handelt.

Laut Quicksprout können diese Werte als normal gelten:

  • Contentseiten (Nachrichtenportale et cetera): 40–60 %
  • Lead-Generierung: 30–50 %
  • Blogs: 70–98 %
  • Onlinehandel: 20–40 %
  • Serviceseiten: 10–30 %
  • Landing Pages: 70–90 %

Sie sehen: Es gibt riesige Unterschiede. Besonders extrem fällt der Unterschied zwischen Onlineshops und Blogs ins Auge. Wie das zustande kommt, ist jedoch klar: Wer einen Onlineshop aufsucht, ist häufig dazu geneigt, auch im restlichen Angebot des Shops herumzustöbern.

Ein Blog hingegen wird in aller Regel wegen eines ganz bestimmten Artikels aufgesucht. Ein weiteres Interesse an dieser Seite haben Sie nicht, Sie verlassen also das Blog.

Wir mit unseren 79 Prozent Bounces liegen daher im zu erwartenden Bereich für ein Blog. Ein Vierteljahr, nachdem ich diese Seite gestartet hatte, lagen wir allerdings noch bei weit über neunzig Prozent. Womit wir beim nächsten Thema sind.

Wie kann ich die Bounce Rate meiner Website senken?

Oben habe ich aufgeführt, was alles auf einer Website stört: lange Ladezeiten, hässliches Design, schlechter Inhalt und so weiter. Optimieren Sie also Ihre Website! Achten Sie auf folgende Dinge:

Content

Der wichtigste Aspekt von allem, was hier folgt, ist der Inhalt auf Ihrer Seite. Je bessere Texte, Bilder und Filme auf Ihrer Seite zu finden sind, desto mehr Besucher werden Sie haben, die mehr von Ihnen wissen wollen. Also:

  • Stellen Sie hochwertige Inhalte zur Verfügung.
  • Verlinken Sie intern auf andere Ihrer Artikel.

Design

Der Besucher Ihrer Website muss finden, was er sucht. Dazu zählt, dass Ihre Seite

  • übersichtlich gestaltet ist,
  • ein zeitgemäßes Design hat,
  • hochwertige Bilder zeigt,
  • einen guten Farbkontrast bietet,
  • einem inneren Ordnungsprinzip folgt,
  • benutzerfreundlich ist,
  • eine funktionsfähige Navigation bietet,
  • eine prominente Suchfunktion aufweist.

Lesbarkeit

Der Sprache auf Ihrer Website kommt eine große Bedeutung zu. Achten Sie auf folgende Tipps:

  • Sprechen Sie die Sprache Ihrer (potenziellen) Kunden.
  • Vermeiden Sie Fachchinesisch!
  • Erklären Sie Abkürzungen und nötige Fachbegriffe in einfacher Sprache.
  • Nutzen Sie aussagekräftige und kurze Überschriften.
  • Achten Sie darauf, Ihre Texte mit Absätzen zu gliedern – fünf, sechs Zeilen pro Absatz sind ein gutes Maß.
  • Benutzen Sie Zwischenüberschriften.
  • Nutzen Sie Aufzählungen – die lockern lange Texte auf und sind gut zu erfassen.

Technik

Nicht nur Design und Inhalt zählen, auch die technische Seite Ihrer Website spielt eine Rolle:

  • Ihre Seite muss responsiv, also für mobile Endgeräte wie Smartphones optimiert sein.
  • Ihre Seite muss schnell sein – hohe Ladezeiten sollten Sie unbedingt vermeiden.

 

Foto: ti.Na / photocase.de

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Das Porträt zeigt Gero Pflüger. Seine linke Gesichtshälfte liegt im Schatten. Gero Pflüger hat sich mit einer Netzwerkagentur selbstständig gemacht.

Zur Person:

Nach über 15 Jahren im Grafikdesign, davon allein acht in verschiedenen Führungspositionen bei einem international tätigen Finanzvertrieb, machte sich Gero Pflüger im Januar 2007 mit der Netzwerkagentur „pflüger : kreativ ackern.“ in Hannover selbstständig. Heute betreut er vornehmlich mittelständische Unternehmen im Bereich Content-Marketing und Social Media.


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