Korrekturen: Direkt in InDesign via Browser

Die Zusammenarbeit an Dokumenten ist in Zeiten von Cloud-Computing keine große Herausforderung mehr – doch sobald fertige InDesign-Layouts gemeinsam bearbeitet werden sollen, sind Auftraggeber schnell aus dem Spiel. Das Tool We All Edit aus Dänemark bietet Agenturen wie unserer die Möglichkeit, ihre Kunden via Browser und ohne teure Redaktionssysteme in den Workflow einzubinden.

Das Problem ist bekannt: Ein Kundenmagazin ist fertig gestaltet und geht zur Korrektur an den Kunden. Große Änderungen sind nicht zu erwarten – aber möglicherweise sehr, sehr viele kleine. Sofern kein komplexes Redaktionssystem den Workflow regelt, kann die Korrekturphase so aussehen: ein PDF mit vielen gelben Notizzetteln, ein eingescannter Ausdruck mit handschriftlichen (und manchmal kaum leserlichen) Anmerkungen oder komplett neue Word-Dokumente (natürlich ohne Änderungsverfolgung) zum Austausch. Egal, welcher Weg beschritten wird: Missverständnisse, neue Fehlerquellen und mitunter erheblicher Aufwand sind programmiert.

Das Tool „WeAllEdit“ des dänischen Übersetzungsspezialisten Languagewire bietet eine schlaue Lösung, um Textkorrekturen und Kommentare direkt im Browser abzuwickeln – ganz ohne spezielle Programmkenntnisse und lokale Installationen von Adobe InDesign oder Adobe InCopy. Benötigt wird lediglich eine Internetverbindung; Bearbeitungen sind deshalb auch von unterwegs, im Homeoffice und sogar auf mobilen Endgeräten (wenn auch nicht ganz so komfortabel) möglich.

 

Der Prozess ist in fünf Schritte unterteilt

1) Im Admin-Bereich von „WeAllEdit“ legt der Projektleiter auf Agenturseite ein neues Projekt an. Nur er benötigt eine kostenpflichtige Lizenz.

2) Das fertige InDesign-Dokument wird samt verwendeter Schriften im Browser hochgeladen.

3) Der Projektleiter lädt eine oder mehrere Korrektoren per E-Mail zur Bearbeitung ein. Eine unkomplizierte einmalige Registrierung ist dabei nötig.

4) Der Korrektor kann nun innerhalb des InDesign-Dokuments Textrahmen anklicken und Korrekturen vornehmen oder das Layout kommentieren. Ist er mit seiner Arbeit fertig, schließt er die Korrekturphase ab. Per Livevorschau sieht der Nutzer auch, wie sich seine Änderungen auswirken. Der nachfolgende Clip zeigt den Korrekturprozess sehr gut:

5) Die Agentur erhält eine Nachricht und kann sich dann das geänderte InDesign-Dokument, einen Änderungsverlauf und ein PDF mit sonstigen Kommentaren herunterladen und das InDesign-Dokument weiter bearbeiten.

 

Preis und Nutzen

Und was kostet das Ganze? Jeder Projektleiter benötigt eine Lizenz, die mit 200 Euro pro Monat zu Buche schlägt. Es gibt keine Limitierung bei der Anzahl der Projekte, der hochgeladenen InDesign-Dokumente oder der Anzahl der Seiten. Auch die einzelnen Korrektoren können unbeschränkt an den Dokumenten arbeiten und sind in der Anzahl nicht limitiert.

Trotzdem lohnt sich das Tool nur bei sehr umfangreichen Projekten oder wenn sich die Kosten auf mehrere Projekte umlegen lassen. Unabhängig davon kann eine Agentur mit „WeAllEdit“ ihren Kunden einen Mehrwert anbieten. Wer das Tool erst einmal testen möchte, kann es 14 Tage lang kostenlos auf Herz und Nieren prüfen.

 

Vorteile und Nachteile auf einen Blick

+ plattformunabhängige Lösung

+ keine lokalen Installationen nötig

+ Kommentarfunktion für grafische Anpassungen

+ Änderungshistorie und Überblick über sämtliche Bearbeitungsstände

InDesign-Dokument kann in der Korrekturphase nicht weiter bearbeitet werden

kein Zugriff auf Formatierungen beziehungsweise Absatz- und Zeichenformate

feste monatliche Kosten (rechnet sich bei kleinen Einzelprojekten nicht unbedingt)

Foto: Rawpixel.com / Adobe Stock

 

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